Wer im Chemikalienschutzanzug in eine Zone geht, hat nach Dienstvorschrift höchstens dreißig Minuten — und muss davon noch Atemluft für die Dekontamination übrig lassen. Die Frage ist, wofür man die Zeit ausgibt — fürs Nachsehen oder fürs Handeln.
Nach FwDV 500 sollen Isoliergeräte unter isolierender Schutzkleidung wie dem Chemikalienschutzanzug höchstens 30 Minuten genutzt werden — auch wenn die Atemluft länger reichen würde. Zugleich ist der Einsatz so zu planen, dass für die Dekontamination ausreichend Atemluft im Gerät bleibt. In dieser Spanne muss alles passieren: hin, sehen, messen, zurück, dekontaminieren.
Dazu kommt, was ein einziger Vorstoß an Struktur bindet. Ein Trupp im CSA braucht einen Sicherheitstrupp, einen aufgebauten Dekon-Platz und Personal, das ihn wieder herausholt und dekontaminiert. Die Entscheidung, jemanden hineinzuschicken, ist deshalb nie nur eine Entscheidung über diese eine Person.
Der Kern der Sache: Ein großer Teil dieser Vorstöße dient dem Feststellen, nicht dem Handeln. Was tritt aus, wie weit hat es sich ausgebreitet, ist die Zone frei. Genau diesen Teil kann ein Fahrzeug übernehmen — und die begrenzte Zeit im Anzug bleibt für das, was tatsächlich Hände braucht.
Vier Aufgaben, die sich sensorisch und mechanisch abbilden lassen — und die heute jeweils einen Vorstoß im Anzug kosten.
Feststellen, ob ein Bereich betreten werden darf. Nach DGUV Regel 113-004 ist dazu in den meisten Fällen Freimessen erforderlich: welche Stoffe in welcher Konzentration vorhanden sind und ob Sauerstoffmangel droht — gemessen an repräsentativer Stelle, nicht am Rand. Weil in vielen Fällen auch während der Arbeiten kontinuierlich weitergemessen wird, kann das Fahrzeug drinbleiben.
Chemische, biologische, radiologische, nukleare und explosive Gefahrstoffe erkennen und die Messwerte einer Position zuordnen. Ergebnis ist kein Einzelwert, sondern ein georeferenziertes Lagebild der Ausbreitung.
Material aufnehmen und nach außen bringen, wo es analysiert werden kann — ohne dass jemand dafür in die Zone muss. Die Probe verlässt den Bereich, der Mensch betritt ihn gar nicht erst.
Gegenstände aus dem kontaminierten Bereich holen, ein Leck abdecken, ein Fass umsetzen, eine Armatur bedienen. Bei größeren Lasten übernimmt die Winde, was der Arm nicht schafft.
Für wiederkehrende Messungen im Normalbetrieb statt in der Lage siehe Anlageninspektion — dieselbe Sensorik, anderer Anlass.