Bei Tunnel-, Tiefgaragen- und Industriebränden entscheidet oft nicht die Wassermenge über den Erfolg, sondern die Frage, wie nah jemand herankommt. Ein unbemanntes Fahrzeug fährt vor, während die Mannschaft draußen bleibt.
Es gibt Lagen, in denen der Innenangriff nicht am Können scheitert, sondern an der Verantwortbarkeit: ein Tunnel mit unklarer Rauchausbreitung, eine Tiefgarage mit brennenden Fahrzeugen, eine Halle mit Gefahrstoffen oder Explosionsgefahr, ein Dachstuhl vor dem Einsturz. Der Einsatzleiter steht dann vor der Wahl, entweder Kräfte einem schwer kalkulierbaren Risiko auszusetzen oder von außen zuzusehen.
Ein ferngesteuertes Kettenfahrzeug öffnet einen dritten Weg. Es benötigt keine Atemluft und fällt nicht aus, wenn die Sicht auf null geht. Der Bediener bleibt dabei außerhalb des Gefahrenbereichs — für vergleichbare Löschroboter geben die Hersteller Funkreichweiten von 150 bis 300 Metern an, über ein Funknetz vom Trägerfahrzeug aus bis 2.500 Meter.
Der zweite Grund ist nüchterner: Personal. Eine Brandwache, eine Riegelstellung oder ein Kühlauftrag über Stunden bindet Kräfte, die anderswo fehlen. Ein Fahrzeug, das Position hält und einen Strahl führt, bindet einen Bediener.
Löschen ist nur eine davon — und in der Praxis häufig nicht die wichtigste.
Fernbedienbarer Monitor mit variabler Wurfweite und Strahlform. Das Fahrzeug hält Position am Brandherd, während die Mannschaft im Sicherheitsabstand bleibt — auch über Stunden.
Vor dem Löschen kommt oft das Freimachen der Sicht. Ein Belüftungsaufbau drückt Rauch aus Tunnel, Tiefgarage oder Keller und macht den Bereich für Kräfte erst begehbar. Beim ersten Realeinsatz des Löschroboters der Feuerwehr Kleve im Dezember 2022 wurde eine brennende unterirdische Anlage in Duisburg zuerst mit dem Großlüfter entraucht; erst danach gelang der Vorstoß zum Brandherd.
Thermalkamera und Beleuchtung liefern ein Lagebild aus dem Inneren, bevor jemand hineingeht: Wo brennt es wirklich, wo sind Glutnester, trägt die Konstruktion noch, ist jemand im Raum.
Behälter kühlen, Nachbargebäude halten, eine Ausbreitung begrenzen — Aufgaben, die vor allem Ausdauer verlangen und bei denen ein Fahrzeug nicht abgelöst werden muss.
Wer ein unbemanntes Löschfahrzeug beschafft, sollte die Einschränkungen vorher kennen — sie entscheiden mehr über den Einsatzwert als die Wurfweite.
Für den Innenangriff gibt es dazu allerdings einen Ausweg: Druckluftschaum (CAFS). Nach dem Technischen Bericht der vfdb ist ein Schlauch mit nassem Druckluftschaum zu rund 30 Volumenprozent mit Druckluft gefüllt und damit um mindestens ein Viertel leichter als ein wassergefüllter; in Großversuchen senkte Druckluftschaum die Brandrauchtemperatur bei vergleichbarer Löschmittelmenge im Mittel doppelt so stark wie Wasser. Eine leichtere Leitung lässt sich weiter mitziehen — genau das macht eine kompakte Plattform im Gebäude erst brauchbar, während der große Monitor draußen an der Zuleitung bleibt. Als Alternative kommt ein Höchstdruck-Wassernebel-System in Frage.
Die Baugröße ist deshalb keine Nebenfrage: Eine kompakte Plattform kommt ins Treppenhaus und in die Tiefgarage, eine große trägt den Monitor mit hohem Durchfluss. Welche passt, hängt an Ihren Objekten.